Vorbereitung 

Die GeStelit-Sets sind im Innenraumbereich geeignet für Außen-, Innenwände, Böden und Decken.
Die Auswahl der zu verwendeten Heizfläche richtet sich nach den später beabsichtigten Stellflächen für Möbel und Beläge sowie einer optimalen Wärmeeinbringung. Dazu sei noch einmal auf den Punkt 2.1 der Bedienungsanleitung verwiesen. 
Bei Außenwänden und Böden ist auf eine gute Wärmedämmung der Mauerkonstruktion zu achten.

Speziell für GeStelit 110/220: Ist auch auf die Bodenkonstruktion zu achten. Die Filzschicht auf der Heizfolie dient als Mindestdämmung und verbessert die Wärmeabstrahlung zum Raum. Dabei ist immer die Filzseite zur dämmenden Fläche zu richten. 

Die GeStelit-Heizfolie ist nicht für den Verbau als Speicherheizung konzipiert und damit nicht für den Verbau in Estrich zu verwenden. Je näher die Heizfolie zur Raumoberfläche verbaut wird, desto schneller reagiert das Heizsystem und gibt die wohltuende Wärmestrahlung in den Raum ab. Es wird empfohlen, vor Verlegung die Folien entsprechend der Montage-Skizze zuzuschneiden. Die Folie ist elektrisch stets an den vormontierten Kontakten zu kontaktieren.  

vorbereitung.png

 Verlegung 

Dieser Abschnitt bezieht sich auf die Verlegung der Folie und des Trafos. Die Verlegung der Leitungen und der elektrischen Anschlüsse ist im Abschnitt 3.3 Elektrischer Anschluss erklärt. Berücksichtigen Sie die Mindestverarbeitungstemperatur von +5°C.

Bei Wänden unterhalb von 2,3 m Höhe und in Decken, die weniger als 45° zur Senkrechten geneigt sind, sollte die Heizfolie ca. 15 cm kürzer als die Länge der Montagefläche sein. Die Heizfolie kann bei Bedarf senkrecht zu den Kupferbahnen einmalig geteilt werden, jedoch ist eine Mindestlänge von 1 m (GeStelit 110/220) bzw. 2,25 m (GeStelit 60) einzuhalten (siehe TECHNISCHE DATEN). Beschnitte immer nur von der unkontaktierten Seite der Heizfolie vornehmen. Jede andere unsachgemäße Beschädigung der Folie wie z. B. Einrisse durch scharfe Gegenstände oder Knicke sind zu vermeiden. Bewahren Sie die Heizfolie deshalb bis zum Einbau im gerollten Zustand in der Verpackung auf (Mindestbiegeradius beachten, siehe TECHNISCHE DATEN).

Nach erfolgter Verlegung können jedoch Löcher, wie in Abschnitt 2.2 Funktion und Anwendung beschrieben, eingebracht werden. 

Warnhinweis
Beachten Sie, dass Schrauben nur dann in die Heizfläche eingebracht werden dürfen, wenn diese mit Kunststoffdübeln zur elektrischen Isolation installiert werden. Zusätzlich dürfen zwei Schrauben nicht mit einem elektrisch leitfähigem Material(z.B. Metallbilderrahmen, Metallzierleiste, Regalsystem aus Metall) verbunden werden. Verwenden Sie keine Nägel.  

 Vorbehandlung des Untergrunds 

Die Heizfolie kann auf jedem ebenen Untergrund aus anorganischen Materialien wie Stein, Estrich, Putz, etc. oder organischen Materialien wie Holz, Kork, PVC, Kunststoff, etc. angebracht werden. Die Unter- und Deckschichtmaterialien müssen bis 70 °C temperaturbeständig sein. Im Zweifel kontaktieren Sie den Hersteller dieser Materialien.

Der Untergrund muss eben und trocken sein. Unregelmäßige Oberflächen sind zu vermeiden (z.B. sichtbare Holz/Stein - Ausmauerungen). Unter Umständen ist die Fläche vorab mit Ausgleichsputz oder Nivelliermasse auszugleichen. Es ist besonders darauf zu achten, dass keine spitzen Erhebungen wie Steine, Schraubenköpfe, Nägel oder ähnliches aus dem Untergrund hervorstehen.

Für eine schwimmende Verlegung ohne Verklebung, z.B. zwischen Estrich und Laminat, empfehlen wir, eine ca. 2 mm ausgleichende Korkschicht oder Glasfaservlies unter der Heizfolie zu verlegen. 

 Verlegearten 

Es gibt drei verschiedene Verlegearten: 

(A) Einbetten der Folie zwischen anorganischen Schichten mit allen Arten von Mörteln, Putzen und Fliesenklebern, bevorzugt ein Putz Typ „K+B" der Firma Maxit. 

(B) Verkleben der Folie zwischen anorganischen und organischen Schichten mit allen Arten von flexiblen Klebern wie unter (A) beschrieben. 

(C)Schwimmende Verlegung an Boden und Decke als oberste Schicht unter der Deckschicht.


In den Fällen (A) - (B) ist die Folie im Dünnbettverfahren im feuchten Kleberbett ohne Luftblasen einzuarbeiten. Dazu das Kleberbett 1-2 mm stark auf den Untergrund auftragen, anschließend die Folie in das noch feuchte Bett vorsichtig mit einer Kunststoffkelle eindrücken. Danach mit dem gleichen Klebesystem eine dünne Deckschicht (1-2 mm) auf die Heizfolie aufziehen und abschließend die Deckschicht möglichst eben abziehen und für den weiteren Belag vorbereiten.

Es ist darauf zu achten, dass die Folie nicht über Soll-Dehnfugen verlegt wird. Bei kleineren Dehnungsrissen, z.B. bei Fliesenfugen im Bereich 1-2 mm, sind flexible Klebersysteme zu empfehlen.

Sollen mehrere Heizungsbahnen nach Verlegeart (C) schwimmend nebeneinander verlegt werden, so ist darauf zu achten, dass die Heizbahnen mit einem Klebeband gegen Verrutschen gesichert werden und zwischen den einzelnen Folien ein Mindestabstand von 20 mm eingehalten wird. Die Heizbahnen und Kupferkontaktstreifen dürfen sich bei mehrbahniger Verlegung nicht berühren oder kreuzen.

Zur Installation des Reglers und Fühlers siehe Abschnitt Elektrischer Anschluss. 

 Einbau unter Fliesen 

Vor der Verklebung der Fliesen muss die Heizfolie mit flexiblem Fliesenkleber vollständig in einem Dünnbettverfahren und einer 1-2 mm starken Deckschicht verlegt werden. Die Oberfläche muss nach Vorschrift des Kleberherstellers getrocknet sein. Bei der Verlegung von mehreren Bahnen ist auf einen ebenen Ausgleich zu achten.

 Deckeneinbau 

Bei der Installation der GeStelit-Heizfolie in einer abgehängten Decke oder wenn diese von einem Dachraum zugänglich ist, muss ein Warnschild „Deckenheizung direkt wirkend" an der Zugangsöffnung der Decke angebracht werden.

 Wärmedämmung 

Eine Wärmedämmung im Boden und Wandbereich ist zu empfehlen, um die Wärmeabgabe ins Mauerwerk und den Boden zu reduzieren. Um den Wärmefluss nach unten zu begrenzen, ist folgendes Mindestverhältnis der Wärmedurchgangskoeffizienten des Fußbodenaufbaues oberhalb der Dämmschicht und des Wärmedurchgangskoeffizienten für alle Schichten unterhalb der Lastverteilschicht einzuhalten (nach DIN V 44576:2008-04)

Zwischengeschossdecke, über beheizten Räumen: Uo 2 4,0 Uu (Ru 2 4,0 Ro) 
Fußboden, angrenzend an nicht beheizte Räume: Uo 2 6,0 Uu (Ru 2 6,0 Ro) 
Fußboden, angrenzend an Außenluft oder Erdreich: Uo 2 6,5 Uu (Ru 2 6,5 Ro)  
mit Uo = Wärmedurchangskoeffizient des Fußbodenaufbaues oberhalb der Wärmedämmung und Uu = Wärmedurchgangskoeffizient des Fußbodenaufbaues unterhalb der Speicherschicht 

Dabei soll Uu der Bauteilschichten zwischen dem Heizestrich und darunter liegenden beheizten Räumen (T 2 15°C) 0,85 W/(m2*K) betragen. In Klammern finden Sie die Angaben nach dem Wärmedurchgangswiderstand Ru und Ro.

Die Dämmschichten unter der Fußbodenkonstruktion sind nach folgender Tabelle zu wählen. Mindest-Wärmedurchgangskoeffizienten sind einzuhalten. Es dürfen nur genormte, für Fußbodenheizung geeignete Dämmstoffe verwendet werden. Die Zusammendrückbarkeit der Dämmschicht darf nicht mehr als 5 mm betragen. Bei mehreren Lagen ist die Zusammendrückbarkeit der einzelnen Lagen zu addieren. 

Umax W/(m2*L) 
Rmln m2*K/W 
Zwischengeschossdecken über beheizten Räumen 
1,25 0,75 
Zwischengeschossdecken über teilweise beheizten Räumen 
0,75 1,25 
Heizflächen zwischen Außenluft oder Erdreich 0,35 2,86 
Kellerdecken, Wände oder Decken gegen unbeheizte Räume 
0,35 2,86 

Tabelle_Ru_Ro.png 

Mindest-Wärmedurchgangskoeffizient und Mindest-Wärmeleitwiderstand der Bauteile. 

Verlegeschichten.png 

 Einsatz in Feucht-/Nassräumen 

Beim Einsatz in Feucht-/Nassräumen sind die Vorgaben aus der DIN VDE 0100 zu berücksichtigen. Der Trafo und die sonstigen Komponenten sind grundsätzlich für den Einsatz in Feucht- und Nassräumen geeignet.

 Inbetriebnahme 

Nach einer Trockenzeit von mind. 24 Stunden das GeStelit-Heizungsset erstmals für 15 Minuten aufheizen. Das Heizsystem ist nun betriebsbereit. Bringen Sie nun das mitgelieferte Warnschild in unmittelbarer Nähe der Heizfolie gut sichtbar an und hinterlegen Sie die Bedienungsanleitung im Verteilerkasten.

Elektroanschluss.png

 Elektrischer Anschluss 

Die Installation der elektrischen Komponenten darf nur durch einen zugelassenen Elektrofachmann erfolgen. Für das Heizungssystem ist eine allpolige Trennvorrichtung vom Netz mit mindestens 3 mm Kontaktöffnungsweite je Pol in die feste Installation vorzusehen.

Als indirekten Berührungsschutz ist ein Fehlerstromschalter (FI mit 30 mA) notwendig. 

Speziell für GeStelit 60: An einem Ringkerntrafo 300 W dürfen maximal 3 Heizfolien GeStelit 60 von längstens je 2,25 m angeschlossen werden. 

Speziell für GeStelit 220: An einem Ringkerntrafo 300 W darf eine maximale Bahnlänge der Heizfolie von 2,25 m angeschlossen werden. Der optional mitgelieferte Temperaturfühler ist mit einem Leerrohr und einer Fühlerhülse mindestens 20 mm unter die Heizfolienkante und möglichst nahe an die Heizfolienoberfläche zu installieren und an das Regelgerät anzuschließen (siehe Installationsanweisung Regelgerät). 

Vor dem Einbau und nach dem Einbau ins Putzsystem ist an den Kontaktstellen (Crimpkontakte) der elektrische Widerstand zu messen und für Garantieansprüche zu dokumentieren (Beachten Sie die Dokumentation). Bei unveränderten Widerstandswerten sind die Sekundärleitungen des Trafos an die Crimpkontakte anzubringen. Achtung: Weichen die Endwerte mehr als 10% vom Ausgangswert ab, so ist mit einer Beschädigung der Kontakte oder der Heizfolie zu rechnen. In diesem Fall dürfen Sie das Heizsystem nicht in Betrieb nehmen.

Achtung
Weichen die Endwerte mehr als 10% vom Ausgangswert ab, so ist mit einer Beschädigung der Kontakte oder der Heizfolie zu rechnen. In diesem Fall dürfen Sie das Heizsystem nicht in Betrieb nehmen.

Hinweis
Die Folie ist elektrisch nur an den vormontierten Kontakten zu kontaktieren.  

Technische Daten

technische_daten.png